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Martha Wash – Sample Queen Divas

Geschrieben am 15. Oktober 2015 von Michel Mertens

Martha Wash

Das Gesicht von Martha Wash kennen die meisten von uns nicht. Diese klare durchdringende Stimme aber schon. Ob für C&C Music Factory, Black Box, Weather Girls, Todd Terry oder Sylvester. Wir haben sie garantiert schon mal gehört. Sie ist die „Queen of Clubland“.

Zusammen mit Izora Rhodes Armstead hat die erfahrene Gospel Chor Sängerin früh Erfahrungen gesammelt. In den 70ern arbeiteten die beiden als Backgroundsänger für Sylvester, “You Make Me Feel (Mighty Real)“. Nach 4 Jahren war es Zeit für was Neues. Izora und Martha, die beiden kräftigen Frauen, nannten sich ironischerweise “Two Tons Of Fun”.

„Die Plattenfirma und das Marketing hatten sich Sorgen gemacht, wie man uns vermarkten sollte. Zu der Zeit wussten sie nicht wie. Sie hatten bis dahin keine Erfahrungen damit.“ – Martha Wash (2013)

In den 80ern hatten sie einige Clubhits. Ihren Durchbruch schafften sie aber als die Weather Girls. Dabei hätten sie nach Donna Summer, Cher, Diana Ross und Barbra Streisand den Song „It’s Raining Men“ auch gern weiter gereicht.

„Ich sagte: Niemand wird diesen Titel kaufen… Ich habe über den Titel gelacht. Als Paul Jabara uns fragte, ob wir den Titel aufnehmen, haben wir uns vor Lachen nicht mehr eingekriegt. Du machst doch einen Witz? Er sagte Nein. Ich weiß, daß das ein Hit wird. Er hat uns wirklich darum gebeten den Song aufzunehmen. Und wir haben es gemacht. Dann sagte er ok. Wir sehen uns später. Nach 90 Minuten war der Song fertig.“ – Martha Wash (2012)

Videos + Interviews

Doch um die Anerkennung ihrer Leistung und die Aufführung ihres Namens musste Martha Wash oftmals kämpfen. Gerichtsprozesse gegen C&C Music Factory und Black Box ziehen sich durch ihre Karriere.

David Cole (Produzent und Remixer) war der damalige Musikdirektor der Weather Girls. Eines Tages hatte sie Gesangspassagen für einen Song von Robert Clivillés und David Cole (C&C) eingesungen. Das war „Gonna Make You Sweat (Everybody Dance Now)“. Die beiden hatten wohl nicht damit gerechnet, daß der Track so schnell durch die Decke geht. Die Ereignisse überstürzten sich. Das Album war nicht fertig, und auch die Truppe war nicht für Liveauftritte zusammengestellt. Da Martha Wash nie als Bandmitglied angefragt wurde, nahmen sie das Model Zelma Davis und stellten sie als Frontfrau auf die Bühne. Sie sollte ihre Lippen zu Marthas Gesang bewegen. Der Milli Vanilli Effekt.

Der Prozess

Nach eifriger Überlegung haben Martha Wash und ihr Management die Produzenten auf eine halbe Million Dollar verklagt. Nach zahlreichen Protesten der Fans wurde dann endlich eine Vereinbarung erreicht. Martha Wash nahm weitere Songs mit Clivillés & Cole auf, ging mit ihnen auf Tour und bekam einen Plattenvertrag, um später ihr gleichnamiges Solo Album zu veröffentlichen.

“Das ist meine Stimme. Aber sie haben jemand anderes genommen, der lippensynchron dazu seinen Mund bewegt und im Video gezeigt wird, als ob er es gesungen hätte. Das ist der Grund, weshalb mich das so aufregt.“ – Martha Wash (1991)

Milli Vanilli lassen grüßen

Nachdem sie für Black Box einige Demos aufgenommen hatte, gab es auch mit diesem Projekt Ärger. Es wurde ihr versprochen die Aufnahmen durch eine andere Sängerin neu einsingen zu lassen. Doch stattdessen haben die italienischen Produzenten ihre Demos für das Album „Dreamland“ genutzt. Dieses ist voll gespickt mit zahlreichen Top 10 Hits und Marthas Stimme: „Everybody Everybody“, „I Don’t Know Anybody Else“ , “Strike It Up“ und “Fantasy”.

Aber auch in diesem Fall konnten sie sich einigen. Martha Wash bekam eine Abfindung über die Stillschweigen vereinbart wurde.

Wie der Amerikaner schön sagt: „It ain’t over till the fat lady sings“

Zahlreiche Songs laufen im Shake!FM Stream, also schaltet den Player ein.


 

 

 

(dieser Artikel wird kontinuierlich aktualisiert. Bei wichtigen Zusätzen, Interviews und Korrekturen lasst einfach einen Kommentar da oder schreibt mir)

 

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Projekt Manager, Redakteur und DJ Shake!FM
Er ist Musikfan und liebt Funky Sounds aus vielen Genres. In seiner Freizeit unternimmt er viele Städtetrips mit seiner Frau, ist leidenschaftlicher Binge-Gucker und hat die Liebe zum Auflegen wieder gefunden.
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