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Babylit (KW9/2021)

Geschrieben am 1. März 2021 von Peter Železnik

Babylit mit Ihrem Song „Love Sweet“ ist diese Woche Feature Of The Week.

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Babylit was born:

Obwohl ich noch nicht sprechen oder gehenkonnte, schien mich das wohl nicht im Geringsten vom Singen & Dancen abzuhalten. Meine Mutter erzählt immer wieder die Geschichte, als sie mit mir als 1,5 Jahre junges Baby auf einem Konzert einer Jazzsängerin war. Dort lies ich es mir nicht nehmen mich auf dem Bauch liegend rhythmisch in Richtung Bühne zu robben und dabei lautstark in Babysprache mitzusingen. Das Verblüffendste war, dass ich tatsächlich wohlklingend die Töne traf – laut Mama. Die Sängerin holte mich auf die Bühne und Babylit bekam ihre erste Showeinlage!

Ich wuchs in Bayern in sehr ländlicher Gegend auf.Praktisch den ganzen Tag sang ich Songs nach, erfand meine eigenen Melodien und bekam schon als Kind Gesangsunterricht. Damals hatten es mir ganz besonders Soul-Stimmen angetan, wie die von Lauryn Hill. Ich lebte in meiner Fantasiewelt, mit dem Kopf in den Wolken. Heute weiß ich, dass die viele Zeit die ich unter anderem alleine in der Natur verbracht habe, meiner Kreativität und meinem Spirit gut getan haben, auch wenn es nicht immer leicht war.

Rebell Yell

Es kam die Teenagerzeit. In mir schrie alles nach Befreiung! Ich merkte, wie mich der Kleingeist und die Intoleranz der Gesellschaft die mich umgab, wütend machte und so wurde ich zum Rebell.Als Punk, Gothic oder Hippie unterwegs, wechselte ich nach Tagesstimmung meine Identität, legte mich mit den Lehrern und Schulleitern an und umgab mich nur noch mit anderen „Freaks“. Das war eine ziemlich wilde Phase, in der ich meine Gefühlswelt in Musikrichtungen wie Grunge, Punk und Metal wiederfand und auch dementsprechend in Bands mitwirkte. Kleine Auftritte hier und da schulten mich für die Zukunft.

Musik, Freiheit und Leben

Nach dem Fachabitur zog ich nach Freiburg und studierte 2 Jahre Musik. Dort lernte ich auch meine jetzige Rap-Partnerin unseres Rap-DuosPALAS kennen. Inzwischen war ich gesanglich beim (Neo) Soul / R&B angekommen. Doch das Studium war mir zu theoretisch, verkopft und hauptsächlich auf Jazz ausgelegt, dass ich anfing nebenbei frei mit dem Programm Logic eigene Musik zu machen.Bald reichte mir das nicht mehr und ich entschloss kurzerhand nach Berlin zu ziehen.Diese Stadt faszinierte mich schon, seit ich als Teenie mit meiner Antifa-Gruppe für eine Demo dort war. Etwas flüsterte mir zu, dass es in Berlin Wichtiges zu erleben gab.

Innere Stärke

Heute bin ich eine starke Powerfrau geworden und weiß, dass ich Großartiges (er)schaffen kann. Damals quälten mich depressive Phasen, Körperakzeptanzstörungen, eine Essstörung und wie sollte es anders sein, ein tiefsitzender Mangel an Selbstwertgefühl. Obwohl ich die ersten Jahre in Berlin wahnsinnig viel Energie in die Musik steckte, war mein innerer Struggle der Grund, wieso es erst einmal nicht richtig klappen wollte. Ich sang bei einem Label, das aus mir eine Kopie von anderen verkaufsträchtigen Sängerinnen machen wollte, anstatt meine Individualität zu fördern. Meine Bands brachen immer wieder auseinander, ich arbeitete nebenher in komischen Jobs und wühlte mich gestresst durch den Berliner Dschungel… Meine musikalischen Skills verbesserten sich zunehmend, im Außen jedoch zerfiel alles immer wieder zu Staub.

So kam der Punkt, an dem ich es aufgeben wollte, weil ich dachte in der Musikindustrie könne man nur bestehen, wenn man bzw. Frau sich verstellt und „massentaugliche“ Musik produziert. Das hatte ich mir von meinem Umfeld einreden lassen. Außerdem glaubte ich zunehmend nicht (mehr) an mich selbst und fühlte mich zu schwach, um weiter für meine Träume kämpfen zu können.

Ich fing an, Soziale Arbeit zu studieren und hörte auf Musik zu machen. Selbst gute Musik zu hören tat ich kaum noch, weil es einfach zu schmerzhaft war. Im Endeffekt ergibt für mich alles Sinn was war. Glaubt mir! Ich habe so viele verrückte und krasse Erfahrungen gemacht, dass mir nichts Anderes übrig blieb/bleibt als daran zu wachsen und meine Stärke zu finden.

Burn Baby burn

Natürlich wurde mir irgendwann klar, dass ich den falschen Weg ging. Nur für meine Eltern, aus Zukunftsängsten heraus und die vermeintliche Sicherheit, etwas studieren, was mich unglücklich macht? No Way!!Ich nahm neuen kraftvollen Anlauf, begann eine Ausbildung zur Bühnenkünstlerin, schrieb wieder eigene Songs und gleichzeitig mit Tina Turnup unsere ersten Deutschrap-Tracks. Mein Feuer war zurück!Eines der Ergebnisse könnt ihr hier hören. „Love Sweet“ ist mein erster öffentlicher Solosong als Babylit. Er strahlt das Vertrauen und die Leichtigkeit aus, die ich mir zurück in mein Herz geholt habe und hoffentlich so auch an euch da draußen senden kann. Ihr dürft mit noch viel einzigartiger Musik rechnen, denn meine Ideen warten nur darauf in diese Welt hinausgeschickt zu werden ;-). ́

You can say what you want but you can’t steal my sun.`

 

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