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Alben 2017 – meine Empfehlungen

Geschrieben am 4. Januar 2018 von Michel (Shake!FM)

Alben 2017

Der große Albumhörer war und werde ich nie sein, deswegen ist die Liste hier kein Best of Alben 2017, sondern eine Empfehlung für alle, die auf den Black Sound von Shake!FM stehen und was in diese Richtung als Longplayer oder EP brauchen.

Viel Spaß beim Stöbern!

Mit Abbas Worten: “Thank you for the music”

 

Rag’n’Bone Man – Human

Als Rory Graham 2016 die kommerziellen Charts mit dem Song “Human” erklomm, kam er für die meisten aus dem Nichts. Doch wenn man sich seine Vita genauer anschaut, dann gehören Lehrjahre, Experimente und ein langer Atem dazu.

Rag’n’Bone Man ist Musiker durch und durch, der keine typischen Plastik Pop Klischees bedient und sicherlich auch nicht ein Produkt dieser Industrie ist. Allein seine Tattoos mit den Aufschriften “Soul” und “Funk” auf den Handflächen sind mehr als klare Statements und lassen erkennen aus welcher musikalischen Ecke Rory kommt.

Bereits mit 15 begann er als MC bei einer Drum’n’Bass Crew, später war er Mitglied der “Rum Committee”, die den Support für Rap Stars wie Pharoahe Monch und KRS-One übernommen hat. Einen Beweis gibt es in Form eines Albums bei Bandcamp. Mit 19 begann er seine Karriere als Sänger und zahlreiche Kollabos folgten, die dann in einem Deal bei Warner Chappell endeten.

Nun ist er in der Pop Musik High Class angekommen. Doch im Vergleich zu all den Alben da draussen, die ohne Belang sind, hat Rag’n’Bone Man seinen klaren Sound durch alle Songs als roten Faden beibehalten. Soul, Blues, Gospel und ein bisschen Funk machen das Album “Human” zu einer Ausnahmeerscheinung des heutigen verdammt schnellebigen Musik Business. Hier bekommt man Charakter, keine Verpackung ohne Inhalt.

Nur dynamischer hätte man das Album abmischen können, es ist dann doch zu stark limitiert für dieses Musikgenre.

Anspieltipps: Ego / Arrow / Your Way Or The Rope / Fade To Nothing / Healed

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Brayton Bowman – 22 Minutes Later (EP)

Zahlreiche amerikanische Blogs und Seiten zählen den 22 jährigen Amerikaner aus Philly zu den Künstlern, die man 2017 definitiv auf der Pfanne haben sollte. Die erwartete EP wurde dann doch zum “22 Minutes Later” Mixtape, daß es nun überall zu hören und zu kaufen gibt.

Der bekennende “Bluntroller” hat sich auf einen souligen Sound spezialisiert, der irgendwo zwischen 90s R&B und Future Funk angesiedelt ist und mit autobiographischen Texten glänzt, was ihm besonders am Herzen liegt. Er pfeilt noch an seiner musikalischen Karriere und gibt offen zu, daß er damit noch hadert und noch nicht genau das Ziel dieses Wegs sieht.

Bei seinem Mixtape hat er sich mit dem bekannten britischen Producer, Sänger und Songwriter MNEK zusammengetan. Das Mixtape ist in New York wie aber auch in East London entstanden und das hat auch einen Grund. Brayton findet es toll wie die Insel mit dem Begriff “Pop Musik” umgeht.

In UK haben sie nicht vergessen, daß Pop Musik “populär” bedeutet, der Begriff identifiziert sich nicht mit einem bestimmten Genre.

Anspieltipps: Puff Puff Pass / Worry Too Music / What’s Really Good? / Kustom Made

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The PLAYlist – Chasing Goosebumps

In 2016 hat DJ Jazzy Jeff mal wieder so einige ausgewählte Indie Producer, Musiker, Rapper, Sänger wie auch DJs zum PLAYLIST Retreat bei sich eingeladen.

Dabei waren zahlreiche Shake!FM Künstler wie z.B. Aloe Blacc, MXXWLL, Eric Roberson, Skratch Bastid, Eric Lau, DJ Babu (Dilated Peoples), Ali Shaheed Muhammad (A Tribe Called Quest), Pomo wie auch Dayne Jordan, um, wie er es wörtlich sagt, “weg zu sein von der Industrie, die den Geist der Musiker zerstört hat”

2017 haben sich einige Gäste des Retreats als “The PLAYlist” zusammengetan, um in 7 Tagen ein Album zu machen.

Zahlreiche Videos findet ihr dazu auf dem DJ Jazzy Jeff Facebook Account.

Anspieltipps: Distraction / Good Time

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Charlie Wilson – In It To Win It

Onkel Charlie, DIE Stimme der Gap Band, hat einen ziemlichen hohen Output an Solo Alben, nämlich ganze fünf in acht Jahren.

Zahlreiche Künstler kollaborieren mit der Legende (Justin Timberlake, Snoop Dogg) und er ist mit seinen 64 Lenzen immer noch dick im Business.

Auf seiner neuen Scheibe “In It To In It” gibt’s wieder viel Soul, R&B und Tanzbares. Dabei tummeln sich Stars wie wie Robin Thicke, Snoop Dogg, Pitbull, Wiz Khalifa, T.I. und Lalah Hathaway.

Anspieltipps: Dance Tonight / Good Time

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Tuxedo – Tuxedo II

Mayer Hawthorne und Jake One gehen in die zweite Runde. Nachdem sie im Januar 2017 drei Tracks aus dem neuen Album vorab veröffentlicht hatten, zündeten sie mit der Single “2nd Time Around” (es könnte eine Anlehnung an Shalamar sein) die nächste PR Phase für das zweite Tuxedo Album “Tuxedo II”.

Am 2.3. waren sie bei keinem anderen als Jimmy Kimmel und haben live abgeliefert.

Wer auf 80er Sound in frischem Gewand steht, kommt auch dieses Mal soundtechnisch NICHT an dem Projekt der beiden vorbei. Eine Mischung aus Disco, Funk und P-Funk Grooves. Eines der Alben 2017 für mich. “Tuxedo II” ist eine LP zum Durchhören und man merkt, daß die beiden nochmal stärker an ihren Arrangements und an eingängigen Hooks gegenüber ihrem erstem Album geschliffen haben.

Passender Sound zum Frühlingsanfang. Da gehen doch die Knospen auf!

Anspieltipps: Fux With The Tux / 2nd Time Around / Take A Picture / Scooter’s Groove / Back In Town / Special / Livin’ 4 Your Lovin’

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GoldLink – At What Cost

Bis 2016 flog D’Anthony Carlos aus Washington DC noch stark unter dem Radar, jedenfalls bei jedem der nur seine Mainstream Scheuklappen auf hat. Soundcloud User und Fans von Kaytranadas “Soundblase” wurden ziemlich schnell auf ihn gestoßen, dabei hat GoldLink bereits seit 2014 prominente Unterstützter, wie den allseits bekannten Rick Rubin.

Die große Stärke und auch sein Unterschied zur üblichen amerikanischen Rapszene, und das hört man auch bei diesem Album, sind GoldLinks musikalische Wandelbarkeit.

Ob 80er Jahre Beats, moderne Tanzgrooves, Dirty South Beats oder auch groovende pulsierende R&B Rhythmen, GoldLink fühlt sich scheinbar in vielen Genres wohl. Seine Stimme ist dabei prägnant, sein Rapstil teilweise afrikanisch angehaucht, Doubletime kein Problem und auch den Gesangspart trällert er gerne.

Wer auf softe Lyrics hofft, der sollte sich vielleicht einen anderen Künstler suchen, denn GoldLinks Werke sind dann fast immer vom “Explicit Lyrics” Stempel geprägt.

Fans von unterschiedlichen Sounds und Genres kann ich das Album empfehlen. Mein Ding ist es nicht komplett, deswegen hier meine Highlights:

Anspieltipps: Meditation / Summatime / Roll Call

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Leela James – Did It For Love

Leela habe ich seit ihrem Debut Album “A Change Is Gonna Come” seit 2005 auf dem Schirm. Diese kraftvolle und tiefe Stimme sollten wesentlich mehr Leute außerhalb des Genres kennen lernen. Das ist purer Soul, den sonst nur Sängerinnen im hohen Alter inne haben.

In den letzten 12 Jahren hat sie fünf Alben veröffentlicht, die doch innerhalb des Soul/R&B Genres unterschiedliche Ecken ausgetestet haben. Seit ihrem Debüt sind die Beats leider nicht mehr so schön Hip Hop like geblieben, was legitim ist, denn jeder Künstler will sich weiterentwickeln.

I think you can be relevant and still have substance, so I try to never stay in a box. My sound today may be different than where I was five years ago, but my core is always the same. My soul is intact. – Leela James

Mit “Did It For Love” ist nun ihr sechstes Album erschienen und es ist ein erwachsenes, melodiöses und eher ruhiges Album geworden, das gelegentlich noch wummernde Beats und Bässe aus dem Käfig lässt.

Ich finde, daß zu Leelas Stimme eher soulige und rohe Hip Hop RnB Beats passen, die der warmen und außerordentlichen Stimme die richtige Atmosphäre bieten. Wenn ihr den letzten Track des Albums “Did It For Love” hört, wisst ihr, was ich meine.

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Jamiroquai – Automaton

Jay Kay und seine Band hatten mit “Automaton” und “Cloud 9” bereits schon vor der Albumveröffentlichung musikalisch klar definiert, wohin die Reise auf dem Album gehen soll. Pop/Disco mit Electro/Funk Einschlägen à la Daft Punk.

Mich erinnert das Album etwas an den 2000er Longplayer “A Funk Odyssey”, wo auch eine eher tanzbare und leicht elektronische Richtung eingeschlagen wurde. Um aber ehrlich zu sein, ist “A Funk Odyseey” für mich eine Art kleine Greatest Hits Album, wogegen “Automaton” doch abschmiert. Leider sind viele Songs drauf, die einfach belanglos und echte Zeitfüller sind. Es gibt wenige Nummern, die einigermaßen an das alte Arrangementpotential anknüpfen können. Ich muss zugeben, daß mir die Alben davor wie “Dynamite” und “Rock Dust Light Star” wesentlich besser gefielen. Nummern wie Eröffnungstrack “Shake It On” klingen anfangs nach einer durchschnittlichen Nummer, die aber ab der Mitte tolle Arrangementwechsel hinbekommt, die einen plötzlich mitnehmen und auch die Livequalitäten der Band widerspiegeln.

Vielleicht ist aber auch der lockere und seichte Lounge Sound, den die LP hat, gewollt. In einer Zeit, wo vieles einfach nur schlimm, tragisch und pessimistisch zu sein scheint, ist das der Hoffnungsschimmer. Leider halten sich meine Anspieltipps in Grenzen:

Automaton / Cloud 9 / Shakte It On / Hot Property

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Joey Bada$$ – All Amerikkkan Bada$$

Aufgewachsen in Brooklyn hat Jo-Vaughn Virginie Scott alles Notwendige an Hip Hop Kultur und Geschichte aufgesogen, um 2012 sein Debüt Mixtape auf den Markt zu hauen. 2015 folgte mit “B4.DA.A$$” sein Debut Album.

Bevor seine Rapkarriere richtig Geschwindigkeit aufnahm, studierte er Schauspielerei, deswegen fällt es ihm leicht in Musikvideos aufzutreten. Joey ist eine der Paraderollen der frischen Hip Hop Generation, die lieber Independent Künstler bleiben wollen, als sich mit Leib und Seele an ein Major Label  zu verkaufen.

Sein zweites Studioalbum nimmt sich den gesellschaftlichen und politischen Problemen Amerikas an, wie z.B. Rassismus, die Vorherrschaft der Weißen, Unterdrückung, die Ungleichheit, die wirtschaftliche Ausbeutung von Geringverdienern, wie auch die aktuelle US Regierung (Zitat: “Fuck Donald Trump”. Schon vorab ließ der Albumtitel mit den drei durchgestrichenen Ks auf ein sehr klares Albumkonzept schließen.

Can’t change the world unless we change ourselves
Die from the sicknesses if we don’t seek the health
All eyes be my witness when I speak what’s felt
Full house on my hands, the cards I was dealt
Three K’s, two A’s in AmeriKKKa
I’m just a black spade spawned out the nebula
And everything I do or say today is worthwhile
Will for sure inspire actions in your first child

Land Of The Free – Joey Bada$$

Das ist Hip Hop wie ich ihn liebe. Rau, Storytelling, politisch und gesellschaftlich relevant. Nicht alles ist im Leben bling bling. Nach Kendricks Album “To Pimp A Butterfly” schickt sich  Joey Bada$$ an, der Native Tongue wie auch dem Conscious Rap zu alter Stärke zu verhelfen.

Anspieltipps: Land Of The Free / For My People / Super Predator / Legendary

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Faith Evans & The Notorious BIG – The King & I

Jahrelang kündigte Faith an, daß es ein posthumes Kollaboalbum mit ihrem Ehemann geben wird. 2017 war es endlich soweit.

“The King & I” ist soundmäßig das, was man erwarten konnte. Solide Old School Beats, die für 2017 aufgefrischt wurden, ohne viel Synthezier Pling Pling. Das Album besteht aus wiederverwerteten Rap Passagen, wie aber auch aus bisher unveröffentlichtem Rap-Material.

Mein Lieblingstrack ist “When We Party” mit Snoop als Feature. Jeder, der die Golden Era des Raps feiert, wird garantiert von vorne bis hinten durchhören.

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Eric Roberson – Earth Wind Fire (EPs)

Der Independent R&B/Neo-Soul Sänger und Songwriter hatte im Februar 2017 verkündet, daß er nicht ein Album herausbringt, sondern es stattdessen eine ganze EP Trilogie geben wird.

alben 2017

Foto: EP Cover

Die EP Trilogie heisst “Earth, Wind, Fire” und jedes Kapitel erschien an unterschiedlichen Terminen . Die EPs sind unterschiedlichen Themen gewidmet:

Die “Earth” EP bekamen Projektunterstützer ab dem 24. März, alle anderen erst ab dem 21. April. Die EP enthält fünf Tracks, die durch alles inspiriert sind.

Die “Wind” EP  enthält Love Songs.

Die letzte EP “Fire” befasst sich mit Themen wie Rassismus, Polizeibrutalität und Korruption in der Politik zum Thema machen.

Diesmal beschreitete Eric Roberson neue Wege, denn Fans konnten nicht nur die EP Trilogie vorab bestellen, sondern entscheiden, ob sie für 15$ (zzgl. Versand) nur die EPs erhalten oder für 35$ (zzgl. Versand) auch einen Einblick in die Produktion des Albums erhaschen dürfen. Dazu gehörten Songdemos, die es nicht auf die EPs schafften,  Kontakt zu den Musikern in einer geschlossenen Facebookgruppe, Facebook Live Sessions und Rabatte auf Merchandise Artikel.

Bei beiden Paketen bekam man eine Vorab-Single, später auch die EPs als digitalen Download, wie auch eine physische Kopie samt Autogramm.

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Ace Tee feat. Kwam.e – Tee Time

Die aufstrebenden Hamburger Künstler Ace Tee & Kwam.e haben dank des “Bist Du Down” Videos Ende 2016/Anfang 2017 auch international paar musikalische Duftmarken auf der Richterskala hinterlassen.

Hamburg könnte wie in den 90ern ein neues Hip Hop Movement initiieren. Mit Ace Tee und Kwam.E sind zwei Rapper am Start, die aktuell enormen Zuspruch und Support erfahren.

Allein der frische Labeldeal mit dem ehemaligen Fanta 4 Label Four Music zeigt, daß da was großes passieren könnte und endlich mal positive Vibes in die aktuelle niveaulose deutsche Hip Hop Szene gespült werden.

Während sie in London, Amsterdam und wo auch immer u.a. für ihr Debütalbum unterwegs sind, haben sie erstmal die EP  “Tee Time” mit “Bist du down”, dem bisher bekannten Ticklish Remix und 4 brandneuen Tracks veröffentlicht.

Anspieltipps: Bist Du Down / Bounce Auf Dem Beat / Hamburg City Life

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The Allergies – Push On

Die beiden DJs und Producer aus Bristol UK haben sich in der Produktion weiterentwickelt und deswegen beweist Das Album (dank Andy Coopers Einfluß) Songwriterqualitäten. Im Vergleich zum ersten Album “As We Do Our Own Thing” ist “Push On” keine Ansammlung unterschiedlicher Single Releases, sondern als Album konzipiert. Es gibt die typischen Soul Nummern mit coolen Samples, Breakbeats und Scratches wie z.B. “Since You’ve Been Gone” oder “Funky Feeling”, die eher ein Club Track sind.

Auf der einen Seite gibt’s die coolen Hip Hop Tracks wie z.B. “Buzzsaw” und “It Won’t Be Me (wo Andy sogar anfängt seicht zu singen), auf der anderen Seite gibbet richtige Soul Funk Songs, die den 60s/70s Sound perfekt adaptieren. Da wären z.B.  “Entitled To That”, wo die kanadische Sängerin Honey Larochelle den Main Part übernimmt oder auch “Main Event”, wo Andy seine Rap Fähigkeit ein weiteres Mal auspackt und dabei auf einem Instrumental rappt, das aus den Archiven der Jackson 5 entwendet sein könnte.

Wer wie ich auf solchen Sound total steht, für den ist “Push On” eines DER Alben des Jahres.

Soundaufteilung des Albums:

1/3 Soul Breakbeat Cut Tracks

1/3 Hip Hop

1/3 Soul Vocal Tracks

Anspieltipps: Since You’ve Been Gone / Buzzsaw / Main Event / Funky Feeling / It Won’t Be Me

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BRKN – Einzimmervilla

Andac Berkan Akbiyik alias BRKN ist meines Erachtens die nächste große deutsche Soul Nummer! Ok, eigentlich hatte ich das schon letztes Jahr gesagt, als sein Debüt Album “Kauft meine Liebe” erschien und ich es feierte.

RnB und Soul aus Kreuzberg/Berlin hat es mir angetan und so leicht prollig seine Musik klingen mag, am Ende erobert sie das Herz, seine Texte den Verstand und seine Lebensfreude die Seele. Ehrlicher kann Musik nicht sein, die nach seinem Werbeagenturjob in einem dunklen Kellerraum entstand. Nun ist endlich der Zeitpunkt gekommen, daß er endlich von seiner Musik leben kann und den Job geschmissen hat.

Im August 2017 legte der sympathische BRKN mit Berliner Schnauze sein zweites Werk auf den Tisch. “Einzimmervilla” ist prädestiniert für die Stadtmenschen, die mit offenem Verdeck oder Fenster durch ihren Kiez cruisen oder wie er auf dem Kotti unterwegs sind, aber auch kritische und motivierende Worte für seine Generation findet.

Sofern man über das mehr als oft genutzte “DICKA” hinweghört, eröffnet sich eine pure Liebe zur Instrumentierung und zur Soul-Mucke. BRKN könnte mit den Jahren und seiner Erfahrung, die er im Textlichen noch braucht, ein fester Bestandteil der deutschen Soul Szene werden.

Anspieltipps: Ein Zimmer / Promo / Atemmaske / Nach Hause

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DJ Friction presents Ground Control – Boogie Some More

Freundeskreis’ DJ Friction hat nach ganzen 6 Jahren voller Herzblut, Zeit und Arbeit sein Hommage Album an die Boogie Funk Era veröffentlicht. Behilflich bei der Veröffentlichung waren dabei die Jungs vom Cool Million Label Sedsoul.

Man muss sich vorstellen, daß das letzte Soloalbum bereits ganze 13 Jahre zurück liegt! Dreizehn!

Die Tracks von Soulsonic laufen immer wieder gerne im Shake!FM Stream. (quality beats time!)

Martin Welzer hat mit diesem Album ein echtes Meisterstück abgeliefert. Unterschiedliche Ecken des P-Funk, Boogie wie auch des R&Bs der 80er werden ausgeleuchtet und bereits nach dem ersten Höreindruck muss man gestehen:

Wenn man es nicht wüsste, würde kein einziger Sound mir verraten, daß das Ding aus 2017 kommt. Das nennt man Liebe zum Detail.

Ohne seine Freunde und Musiker wäre das alles aber auch nicht möglich gewesen, somit sollte man auch denen den notwendigen Respekt mit Frictions Worten zollen.

I want to thank all the musicians and singers that contributed to this album. First of all Johannes Brecht and Antonio Farris (Bass & Keys) who laid down the funky foundations in some fun recording sessions. James Geier for adding funky guitar to some of the tracks and Philipp König aka Linntronix for the track Air Liquide which was mostly produced by him. And of course all the wonderful singers that added their magic touch to the songs: Thank you David Whitley, Tansy Davis, Ciaan aka Cihan Bulut, Adriano Prestel and the Talkbox maestros Sin2 and Cerutti “CJ”. I love you all!!!

Anspieltipps: The One mit David Whitley / Funkin’ On The One

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Illa J – Home

Auf “Home” trifft zum ersten Mal Illas ausgebildete Gesangsstimme auf unsere Gehörknospen.

Der 12 Jahre jüngere Bruder von J Dilla hat seine Stimme gefunden. Daran ist keine längere Krankheitsphase schuld, sondern seine Gesangstrainerin. Als Rapper bekannt, hat sie ihm zum Singen verholfen.

…now have I have to thank my vocal coach Betty Lane. She literally helped me to push out the voice that had been waiting there for years, ready to come out, like “John use me, I’m your voice” and It was always a goal of mine to make a project that showcases my singing. I see myself as a singer songwriter first, I just grew up in the generation of rap, so the 2 styles just fused together naturally.

Sein Album “Home” zollt dem Motown Sound Respekt und damit schließt sich auch der Kreis, denn wie sein Bruder ist auch Illa J in Motortown alias Detroit geboren und aufgewachsen.

This song is special because I feel blessed to have the parents that I had and their support for me my entire life for anything I wanted to achieve. My mom always has and still encourages me and supports me towards fulfilling my dreams whatever dreams those might be. I know its been really hard on her, especially after losing James and then my dad. And through all that, she still had the strength to keep moving forward strong. And I just really wanted my mom to know how much I appreciated her support, and how much i admire her strength and courage.

As we grow older, we don’t always go in line with what our parents would want us to do. Especially coming from a family where your entire family is in the public eye and involved in the industry. Whatever happens, if we dont agree on same things when it comes to music and vision, at the end of the day she is my mom and always will be. So when Calvin played me the beat, all that came out and it connected with something deep within me, that I never got the chance to express. I love you mom!

Anspieltipps: Home / Sam Cook

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Joey Negro – Produced With Love

Joey Negro ist eine House Legende und hat nach langjähriger Friemelarbeit sein Album “Produced with love” veröffentlicht. Es ist eine Mischung aus typischen JN Tracks (CD 1) und Bonus Tracks (CD 2), die er als Producer und Remixer über die Jahre kreiert hat und nun endlich veröffentlicht werden.

5 Jahre nach dem letzten JN Album mit der Sunburst Band und 24 Jahre nach seinem letzten Solo Album hat Dave Lee ein vollbepacktes abgeliefert. Es ist voller Funk, Disco und Hammer Grooves.

Ich könnte fast das ganze Album auf die Playlist packen, folgende Songs sine meine Anspieltipps:

Prove That You’re Feeling Me & Overnight Sensation

2 Tracks mit der leider verstorbenen Urban Cookie Collective Sängerin Diane Charlemagne, die schon auf zahlreichen Joey Negro Produktionen vertreten ist.

Everything

Die Nummer wird von Lifford gesungen. Wer sich noch an das 2 Step Duo Artful Dodger erinnern kann, der schafft es vielleicht noch “Please Don’t Turn Me On” zu summen.

“Everything” ist eine Mischung Evelyn Champagne Synthesizer Sounds gepaart mit leichten Earth Wind & Fire Gesangskünsten.

Must Be The Music

Joeys Mega House Track “Must Be The Music” aus 1999 hat ein Disco Revival bekommen und klingt als ob er schon im Studio 54 gespielt wurde.

Melba Moore – Anyway

Der von Joey produzierte Track passt 1a zu Melbas Stimme und lässt die Legende des Disco Funk Synth Sounds im neuen Glanz erstrahlen.

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Afrob – Beats, Rhymes & Mr. Scardanelli

Nach zahlreichen Rewinds , Videos auf Afrobs Facebook Page und Teasern war es da. “Beats, Rhymes & Mr. Scardanelli”, das akustische Best Of Album von “Robbe”.

Volle Unterstützung erhält er dabei von der Regensburger Band Tribes Of Jizu. Die bajuwarische Live Band ist für ihre “Loop Sessions” bekannt, wo sie populäre Beats Live nachspielt und von Zeit zu Zeit mit bekannten Rapper performt.

Das ganze wurde schön auf Doppel Vinyl gepresst (bereits im Shake! Archiv), die CD erhaltet ihr nur bei Erwerb des schwarzen Goldes.

Das ganze Album ist echt cool instrumentiert und arrangiert. Allein an den Skits und Interludes merkt man, daß Afrob und seine Gäste echt viel Spaß bei den Aufnahmen hatten und es nicht einfach so “hingerotzt” haben.

“Reimemonster” fetzt auch live mit Ferris MC (wahrscheinlich sein letzter Auftritt/Take), Joy Denalane und Max Herre harmonieren bei “Ruf Deine Freunde An”. Joy unterstützt Afrob bei “Get Up” mit dem beliebten Gwen McCrae Sample und Alex Prince (“How We Livin’) glänzt bei dem soulig entspannten “Ich Mag An Dir”.

Meine Lieblingstracks bleiben auch nach dem neuen Acoustic Album die gleichen.

Anspieltipps: Reimemonster / Get Up / Ich Mag An Dir / Ruf Deine Freunde An

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Children Of Zeus – The Story So Far…

Bereits im Mai 2017 hatte ich zwei Singles von den beiden MCs aus Manchester auf die Hot Rotation gepackt. Dann war es an der Zeit den Fans mehr Tracks am Stück anzubieten. Sie begannen am 6. Oktober mit einer EP, die die bisherigen Songs vereint und paar neue enthält, 2018 soll das Debüt Album folgen.

Die EP ist eine Ansammlung von bisher erschienen Doppel-Singles und frischem Material. Ihr Sound ist stark durch die 90er geprägt. Eine Mischung aus Hip Hop und R&B, verziert mit Soul Samples , Gesang und Raps.

Konny Kon & Tyler Daley haben so manchen Bühne gesehen, mit Hip Hop Acts auf beiden Seiten des Atlantiks gearbeitet, sowie auch mit Drum’n’Bass Ikone Goldie. Nun ist der Augenblick gekommen aus dem Schatten zu treten.

Definitv ein Duo, das 2018 noch viel vor hat.

Anspieltipps: I Can’t Wait / Don’t Say A Word / Tonight / Happiness / Elevate

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The APX – Say You Will

Das Duo aus Atlanta besteht aus dem Ehepaar Rhodes. Da wäre Erika Dawn am Gesang, Drum Programming, Keyboards und Synths. Das passende Gegenstück ist Dee, der auch gesangstechnisch was beisteuert, zusätzlich noch Saxophon, Vocoder, Keyboards, Synth und auch das Drum Programming beherrscht. Sowas nennt man wohl Multi-Instrumentalisten.

Ihr Sound ist klar in den 80ern Jahren (Electro-Funk) verankert, mischt sich aber mit modernen Nu-Disco und House Einflüssen. Bei Youtube kreieren sie Cover Video.

Ihre erste Single erschien 2016, seitdem haben sie die Aufmerksamkeit von Künstlern wie z.B. Teddy Riley, Dave 1 (Chromeo) oder der Zapp Band auf sich gezogen. Der Sound erinnert stark an Evelyn ‘Champagne’ King oder Yarbrough & Peoples.

“Electrik Funk” ist erst als 8-Track EP erschienen, die ordentlich Funk-Zunder unter der Haube hat. Daraus wurde dann eine Deluxe Edition, die es auf allen analogen Tonträgern zu kaufen gab.

Prahlerwissen:

The APX ist die Weiterentwicklung ihrer Event-Band “The After Party Experience”

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MC Eiht – Got That / As I Proceed

Comptons MC Eiht hat sich für das neue Album “Which Way Is West” DJ Premier als Executive Producer an die Seite gestellt. Zahlreiche Rap Legenden wie Dr. Dre, LL Cool J oder Snoop haben für die Album Promotion ihr Gesicht in die Kamera gehalten.

Soundtechnisch mit am Start sind erneut Brenk Sinatra Beats. Die beiden pflegen ja eine enge Kooperation. DJ Premier ist der Produzent.

Meine Favourites aus der LP sind “Got That” und “As I Proceed”, die somit auch auf der Playlist landen. Ich stehe ja bekanntlich auf rohe, dreckige und funky Hip Hop Beats.

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Luke Million  – Come Together EP

Luke Millions “EP” ist ein Feuerwerk an funky Synth Sounds gepaart mit modernen Dance Beats. Der Australier eroberte bereits mit Landsmann Sam Sparro und der Vorabsingle “Back To The Rhythm” mein Musikerherz.

Bei Beatport in CD Qualität runterladen oder beim Portal eures Vertrauens

 

Omar – Love In Beats

“Love In Beats” war das erste Album in 2017, das auf meinem Tisch gelandet ist. Der britische Soul Sänger ist nun fast seit 30 Jahren ein Aushängeschild der Soulszene auf der Insel.

Zusammen mit seinem Bruder Scratch Professor sitzt er an neuen Beats und Songkonzepten.

Neben den Anspieltipps “Doobie Doobie Doo” oder “Feeds My Mind” gibt’s einen fantastischen The Reflex Remix von “Vick’y Tune”

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Meine Alben 2017 als Spotify Playlist

Michel (Shake!FM)

Michel (Shake!FM)

Musikredakteur, Blogger und Produzent bei Shake!FM
Er ist Musikfan und liebt Funky Sounds aus vielen Genres.
In seiner Freizeit unternimmt er viele Städtetrips mit seiner Frau, ist leidenschaftlicher Binge-Gucker und muss endlich sein Arbeitszimmer aufräumen!
Michel (Shake!FM)

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